Frauenrechte sind Menschenrechte

Frauenrechte sind Menschenrechte

Frauenrechte sind Menschenrechte

Gastprofessor Dr. Dr. Iranbomy an der Westungarischen Universität.
Frauenrechte sind Menschenrechte, so der Vortrag von Völkerrechtler Dr. Dr. Iranbomy aus Frankfurt, Gastprofessor der Universität, anlässlich des Internationalen UN Tages zu Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Obwohl die Gleichberechtigung von Frauen und Männer garantiert ist, wird auch bei uns häufig Gewalt gegen Frauen angewendet. In dem Vortag wurden die neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Ursachen der Gewalt und die Bekämpfungen der Gewalt gegen Frauen dargestellt. Während bei der psychische Gewalt die Opfer körperliche Schaden tragen, sind bei psychischen Gewalt die Frauen beleidigt, beschimpft, bedroht, diskriminiert, belogen und müssen sogar als Opfer mitspielen. Dieses zu bekämpfen und die Mechanismen, wie man diese Art der Gewalt beseitigen könnte, wurden von Dr. Dr. Iranbomy, Gastdozent der Universität an Hand praktischer Beispiele gerichtlichen Entscheidungen dargestellt.
Dabei wurde herausgestellt, dass Gewalt gegen Frauen viele Facetten hat – von verbalen Angriffen bis hin zu brutalen physischen Attacken, von Psychoterror bis zur offenen Gewalt. Viele dieser Marginalisierungen und Diskriminierungen werden häufig öffentlich kaum sichtbar, so z.B. verweigerter Zugang zu Bildung oder gar Verhinderung gesellschaftlicher Teilhabe.
Tatsache ist, dass über 50% aller erwerbstätigen Frauen im Dienstleistungssektor beschäftigt sind. Nach wie vor verfügen Frauen in den westlichen Ländern über geringere Einkommen als Männer. In der Industrie erzielen vollzeitbeschäftigte Arbeiterinnen lediglich 70%, in Handel und Industrie erzielen weibliche Angestellte nur 60% der durchschnittlichen Männerverdienste. Zu den Mitursachen zählen u.a. der schlechtere Zugang zu Führungspositionen, Tätigkeiten ohne tarifliche Zuschläge und Lohndiskriminierungen wegen des Geschlechts. Bedingt durch traditioelle erziehungsbedingte Berufsunterbrechungen werden Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten weiter verschlechtert, da Frauen damit häufig auf die Rolle der ,,Zuverdienerin” festgelegt werden.
Damit ist eine wesentliche strukturelle Abhängigkeit von Frauen gegenüber Männern von dem Referent beschrieben. Männer besitzen eher die Möglichkeit ökonomisch unabhängig zu agieren. Es war festgestellt worden: Männlich – weibliche Machtbeziehungen in unserer Gesellschaft sind das Ergebnis der sozialen Organisation von Tätigkeiten im Haus und in der Gesellschaft. Dr. Dr. Iranbomy , der als Gastprofessur in seinen Vorlesungen das Thema Universalität der Menschenrechte unterrichtet, erklärte, dass er eine seiner Aufgaben darin sieht , das nicht nur auf dem säkularen Humanismus basierende Verbot von Gewalt gegen Mitmenschen zu vertreten, sondern auch das von den Religionen bekräftigte Gebot der Geschlechtergerechtigkeit und der strikten Ablehnung von Gewalt gegen Frauen und Kinder wieder stärker in das Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken. Die Ressourcen, die die Religionen in diesem Bereich bieten, müssen zum Wohl und zur Unterstützung aller Frauen genutzt werden.
Es darf nicht gescheut werden, die Vielfalt der Zugänge – und Religion ist einer davon – zu den unterschiedlichen Menschen auch in ihrer ganzen Bandbreite zu nutzen; hier darf es keine Tabus geben. Um die Situation aller Frauen nachhaltig zu verbessern appellierte er an alle gesellschaftlichen und politischen Gruppen, nicht gegeneinander, sondern miteinander zu agieren und damit eine positive Entwicklung in Gang zu setzen.